Neubau Besucher- und Informationszentrum des Deutschen Bundestages 1

Neubau Besucher- und Informationszentrum des Deutschen Bundestages Berlin Tiergarten

Entwurfskonzept

Das Besucher- und Informationszentrum des Deutschen Bundestages wird mit seinem Verbindungstunnel zum Reichstagsgebäude als ein Raumkontinuum gedacht. Der Tunnel unter der Scheidemannstraße stülpt sich förmlich aus der Erde, weitet sich zu einem großzügigen Eingangsbauwerk und bildet am Tiergartenrand im Gegenüber der Bundestagsbauten eine begehbare Raumskulptur.

Sicherheit

Der Vorplatz vor dem Besucherinformationszentrum ist übersichtlich gestaltet und frei einsehbar von allen Seiten. Das Wachhäuschen der Kontrollstelle für die Vorfeldsicherung befindet sich westlich des Vorplatzes direkt an der Scheidemannstraße seitlich der Zufahrt zur Anlieferung. Innerhalb der Sicherheitszone von 50m um die Gebäudeaußenkante befinden sich keine Radbügel oder andere Einbauten und sanitäre Anlagen. Weitere Maßnahmen mit beispielsweise versenkbaren Pollern in der Scheidemannstraße sind denkbar um eine Befahrung durchfremde Fahrzeuge gegebenenfalls frühzeitig unterbinden zu können. Die Kombination aus Sitzblöcken, Granitquadern und Höhenversprüngen in Verbindung mit Bäumen und anderen vegetativen Elementen schützt vor Befahrung durchunbefugte Fahrzeuge. Der lichte Abstand zwischen diesen Elementen beträgt maximal 1,35m, sodass das Gebäude von allen Seiten geschützt ist.

Orientierung

Das markante Solitärgebäude des Besucherinformationszentrums steht auf einer Platzfläche zwischen Simsonweg und Scheidemannstraße und wird in Richtung Sowjetisches Ehrenmal und Zeltenallee von Vegetationsflächen eingefasst. Ein repräsentativer steinerner Vorplatz empfängt die Besucher und lädt mit verschiedenen Sitzgelegenheiten und dem großzügigen Aufgang auf die Dachlandschaft des BIZ zum Verweilen ein und bietet neue Perspektiven auf das Regierungsviertel und das Band des Bundes. Auf der Pflasterfläche des BIZ treffen sich das Kleinsteinpflaster der Zeltenalleee und das Mosaikpflaster der Kleinen Querallee. Es entsteht ein markanter neuer Bereich, der sich in seiner Materialität in den Tiergarten einfügt. In Verlängerung des Simsonweges wird die Reihe aus Sitzbänken auf dem Vorplatz durch robuste Sitzblöcke aus Granit ergänzt. Die markanten Bestandsbäume werden weitestgehend erhalten und bieten Schattenplätze im Sommer. Die durch den Bau des Tunnels partiell unterbrochene historische Baumallee wird wiederhergestellt. Parallel der Scheidemannstraße erhält der Vorplatz ebenfalls Sitzblöcke aus Granit, jedoch in doppelter Länge zur Verdeutlichung der Eingangssituation und zur Gliederung und Lenkung der Besucherströme. Diese dienen ebenfalls der Aufenthaltsqualität und als Schutz vor Befahrung. Der Sicherheitsbereich vor dem Reichstag wird mit einer Einfriedung aus Glas begrenzt. Diese grenzt einerseits den inneren Sicherheitsbereich auf der Freitreppe ab und nimmt dabei die Höhe der umliegenden Brüstung im Bestand auf. Türen werden integriert, sodass das Podest auch weiterhin für die Feuerwehr zugänglich bleibt. Diese transparente Lösung aus einer Glaswand kann in erhöhter Form auch den äußeren Sicherheitsbereich begrenzen. Auf weitere Einbauten wird in diesem denkmalgeschützten Zusammenhang verzichtet.

Auslober
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Wettbewerbsart
Offener Planungswettbewerb
Bearbeitungszeit
2016
In Zusammenarbeit
Steiner Weißenberger Architekten