Städtebaulicher Ideenwettbewerb Gemeinde Birkenwerder 1

Städtebaulicher Ideenwettbewerb Gemeinde Birkenwerder Birkenwerder

Ziel des Entwurfs ist es

- die Entwicklungsachse zwischen Bahnhof und Dorfanger zu stärken,

- die Abfolge der Stadträume lesbarer zu machen,

- die Verzahnung zwischen städtischem und landschaftlichem Raum mit zu entwickeln,

- die Entwicklung von Wege- und Blickbeziehungen zwischen den Räumen,

- einen Brückenschlag über die Bahn zu schaffen,

- den Marktplatz baulich zu fassen,

- den Übergang über die Briese wahrnehmbar zu machen,

- den Schulcampus zu präsentieren,

- den Anger deutlicher zu fassen.

Entwicklungsachse

Zwischen Bahnhof und Dorfanger werden die Stadträume um die Entwicklungsachse Clara-Zetkin-Straße/ Hauptstraße neu definiert und gestärkt. Bislang perforierte Stadträume werden durch die gezielte Platzierung von Gebäuden gefasst. Eine klare städtebauliche Kante zur Straße mit gezielten Aufweitungen an Plätzen und übergeordneten Verbindungen bietet eine bessere Orientierung. Dabei sind die Blickbeziehungen zwischen Kirche und Rathaus sowie in den Naturraum von zentraler Bedeutung für die Identität des Ortes und werden gezielt herausgearbeitet.

Nutzungen

Im Kern Birkenwerders werden Bebauungspotentiale für Wohnen und weitere verträgliche neue Nutzungen erschlossen. Die Nutzungen gruppieren sich um Höfe und bieten Platz für kleine Wohnungen für junge und alte Menschen, Gewerbe, Dienstleistungen und kulturelle Angebote. Diese neuen Nutzungen geben Impulse für eine Belebung des Ortskerns auch in den Abendstunden und an Wochenenden. Stellplätze werden sowohl oberirdisch als auch in den Sockelgeschossen der Wohnhöfe (Birkenhöfe) untergebracht.

Freiraum

Die Abfolge und Gestalt der Freiraumstruktur ergibt sich aus der Zuordnung zu den unterschiedlichen Nutzungen und dem Einfluss von städtischem und landschaftlichem Charakter der Räume. Der Natur- und Kulturlandschaftraum wird gezielt über unterschiedliche gestalterische Mittel, Verbindungen und Zäsuren in der Bebauungsstruktur in den Ort geführt. Dadurch erfolgt eine Verzahnung zwischen dem landschaftlichen und städtischen Raum. Das Thema der Alleen wird aufgenommen und entlang der Wege realisiert Die Abfolge von begrünten und befestigten Stadt-plätzen wird herausgestellt. Im Bereich des Obermühlengeländes wird der Freiraum um die Briese bewusst inszeniert.

Vernetzung

Die bebauten Stadträume und die Freiräume werden mit der anschließenden Landschaft durch baumbestandene Wege und neue Alleen vernetzt. Wichtige Blickbeziehungen in den Landschaftsraum werden so inszeniert. Der Durchfluss der Briese durch den Ort und der Freiraum um die Briese werden bewusst frei gehalten. Südlich des Ortes wird durch die Briesewiesen eine parallel zur Hauptstraße verlaufende Wegeverbindung geschaffen. Der Weg um den Mönchsee wird entlang der östlichen Seite des Sees verlängert und dort auf die Hauptstraße und mit Anschluss an den Krugsteig als Rundweg entwickelt.

Dorfanger

Der Anger um die Dorfkirche wird durch die Bebauung des Grundstücks Hauptstraße/ Am Werder baulich geschlossen. Dieses Gebäude bildet aus Richtung Marktplatz kommend gleichzeitig eine Torsituation westlich des Übergangs über die Briese.

Mühlenplatz

Der Mühlenplatz dient als Auftaktplatz für den Schulcampus und den Bürgersaal und kann für verschiedene öffentliche Veranstaltungen genutzt werden. Der neue Mühlengraben wird auf dem Platz in Anlehnung an einen Mühlenzufluss inszeniert und fällt dann in Richtung Süden über breite Stufen zur Briese hin ab. Durch die Freistellung des Horts und die gezielte Aufweitung des Raums.

Rathausquartier

Mit der Entwicklung des Rathausquartiers wird der Straßenraumöstlich der Hauptstraße baulich gefasst. Um einen über einem Garagengeschoss liegenden Hof entstehen gemischte Nutzungsstrukturen in denen auch Erweiterungsmöglichkeiten für das Rathaus gesehen werden.

Birkenhöfe

Südlich der Hauptstraße entstehen die neuen Birkenwerder Höfe mit Bezug zu den Briesewiesen. Zwischen den Höfen werden Durchgänge zur Festwiese und den Briesewiesen frei gehalten um einen starken Bezug und Sichtbeziehungen zum angrenzenden Freiraum zu erhalten. Die gestaffelte Ausbildung der Bebauung an der südlichen Hauptstraße lässt Blickbezüge in den Freiraum frei. Die Stellplätze werden in den Sockelgeschossen der Höfe bzw. oberirdisch untergebracht.

Kulturhof

Die Entwicklung findet mit dem neuen Kulturhof im Bereich des alten Wasserwerks an der heutigen Skulpturenpromenade ihren Abschluss. Von der Skulpturenterrasse mit Biergarten ist ein Blick in die Landschaft über die Briesewiesen möglich. Der Hof bietet z.B. mit einem Kletterfelsen zusätzlichen Raum für zeitgemäße sportliche Aktivitäten.

Brückenschlag

Der Bereich um den Bahnhof wird im Sinne eines Brückenschlages zwischen den Ortsteilen Birkenwerders beiderseits der Bahn neu entwickelt. Ein neuer Platz überspannt die Gleise und schafft einen klaren Orientierungsraum für Ankommende und einen Verknüpfungspunkt zwischen den Verkehrsmitteln (Bahn, Bus, Auto, Fahrrad).

Schulcampus

Der Schulcampus entwickelt sich auf dem Obermühlengelände am Übergang der Briese. An Stelle der ehemaligen Mühle wird der Schulerweiterungsbau mit Aula bzw. Bürgersaal platziert. Das Gebäude öffnet sich mit der Aula und dem Bürgersaal zur Hauptstraße und zum neuen Mühlenplatz auf der Brieseinsel an dem im Süden der neue Hort liegt.

Auslober
Gemeinde Birkenwerder
Wettbewerbsart
Städtebaulicher Ideenwettbewerb
Bearbeitungszeit
2018
Würdigung
1. Preis
In Zusammenarbeit
kleyer.koblitz.letzel.freivogel architekten